Volledrohnung on tour

In den letzten Wochen waren wir viel in Sachen „Copter Communication“ unterwegs, auf Foren und Podien. Wir haben so auf Konferenzen und Tagungen mit vielen interessierten Menschen über die Möglichkeiten, Hintergründe und auch die Gefahren des Copter-Einsatzes geredet und dabei auch selbst einige neue Anstöße und Anregungen bekommen.

Tagung des europäischen Journalisten-Nachwuchses in Köln

Vor ein paar Wochen war Max in Köln eingeladen, wo sich Journalistik-Studierende aus ganz Europa zum Austausch und zu Workshops trafen. Dort hat er ein paar Möglichkeiten für den Copter-Einsatz im Bewegtbildbereich und im Datenjournalismus in einem Vortrag gezeigt. Am Anfang hat er den Teilnehmern (Alter: ungefähr 18-28) die Frage gestellt, wer schonmal Copter für die journalistische Berichterstattung eingesetzt hat. Die meisten Arme blieben unten. Von über 100 Zuhörern waren es gerade mal fünf bis sechs Meldungen. Das hat uns dann doch überrascht. Man denkt ja, die jüngeren Medienmenschen experimentieren noch viel mehr mit solchen neuen Technologien, als wir „alten“. Aber für die meisten ist Copter Communication ein völlig neuer Bereich. Das zeigt übrigens auch, wie stiefmütterlich solche Innovationen in den Hochschulen und Universitäten behandelt werden.

Tweet von Jonas Fehling (Journalistik-Student aus Dortmund) von der Veranstaltung

Tweet von Jonas Fehling (Journalistik-Student)

netzwerk recherche: „You’ll never fly alone“

Anfang Juli waren Elke, Fabian und ich bei der Jahrestagung des netzwerk recherche auf dem NDR-Gelände in Hamburg. Das Motto der Tagung: „You’ll never walk alone“. Dort durften wir zweimal zusammen mit Lorenz Matzat und Bernd Oswald das Panel „Lohnen Drohnen?“ gestalten und haben auch eine Flugvorführung im Freien gezeigt. Dafür mussten wir neben der Aufstiegsgenehmigung, die wir Wochen zuvor bei der Hansestadt Hamburg beantragt hatten, vor dem Start auch beim Tower des Hamburger Flughafens anrufen und uns anmelden – der NDR liegt rund drei Kilometer Luftlinie vom Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel entfernt.

Das Hamburger Copter-Panel war für uns sehr interessant. Es war schon was besonderes, auf dem Gipfel der Investigativjournalisten auftreten und mitdiskutieren zu dürfen. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir hier im Blog noch über den ein oder anderen Aspekt, auch den Copter-Investigativjournalismus, berichten.

Kurz zusammengefasst: Es kamen viele Fragen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und den journalistischen Möglichkeiten. Auch zu Preisen wurde gefragt. Und die Unterkiefer klappten doch ziemlich weit runter, als Fabian erklärte, dass sein Oktocopter mit dem neuen Gimbal und der Kamerasteuerung inzwischen über 20.000 Euro kostet.

Oktocopter-Start in Hamburg, bei der Tagung des netzwerks recherche

Oktocopter-Start in Hamburg, bei der Tagung des netzwerks recherche|Foto: nr e.V./ Raphael Hünerfauth

Auch die Frage der Ethik des Coptereinsatzes wurde durchaus kontrovers diskutiert. Es kam sogar die Frage eines Arztes, ob schon eine gesundheitliche Gefährdung, z.B. ein Herzinfarkt durch das Erscheinen eines Copters aufgetreten sei. Ein anderer fragte, wie Tiere auf den Einsatz reagieren. Das sind durchaus bedenkenswerte Einwände. In den USA wurde vor kurzem zumindest ein Copter-Pilot körperlich angegangen, weil er mit einer Kamera geflogen ist. Lorenz Matzat verwies allerdings auf eine Studie, der zufolge keine Ängste oder Bedrohungsgefühle mit dem Auftauchen von Coptern verbunden seien (Link?).

Investigativ-Einsatz der Copter-Technologie unterentwickelt

Wenn man den Copter als Investigativ-Instrument einsetzt, muss man auch Risiken eingehen – das war eine Aussage, über die sich das Panel einig war. Und dass hier noch viele Chancen ungenutzt für den Journalismus brach liegen. Wann z.B. werden Copter eingesetzt, um mit Sensoren bestückt, Messwerte von Schornsteinen, Abflussrohren oder andere sensible Daten einzufangen, die für aufklärende Berichterstattung essentiell sind?

Lorenz Matzat sagte auf dem Panel, man müsse im Prinzip auch bereit sein, abzustreiten, dass man den Copter eingesetzt hat und sagen, das Material wurde der Redaktion zugespielt, wie es in anderen investigativen Fällen ja auch gemacht wird.

netzwerk recherche e.V. Jahreskonferenz 2014
Bernd Oswald, Fabian Werba, Max Ruppert, Lorenz Matzat (v.r.n.l): Copter-Panel auf der netzwerk recherche Jahreskonferenz 2014|Foto: nr e.V./Raphael Hünerfauth

Hier steckt also noch großes Potential und wir werden uns einzelnen Themengebieten, die auf der netzwerk-recherche-Tagung und der FEJS-Tagung angesprochen wurden, in den nächsten Blogposts widmen. Und wir bitten euch auch weiterhin um Fragen, Kommentare und Anregungen!

Hier eine Liste mit Zusammenfassungen und Berichten der Tagungen:

 

Advertisements

Ein Kommentar zu “Volledrohnung on tour

  1. Schönen guten Tag

    Es ist schön das man auf die Rechtliche Seite des Multicopter fliegens hier eingeht.Meine befürchtung ist aller dings das es wieder mal in Deutschland zu einem Gesätzlichen Supergau wird.Weil die Probleme fangen mit der Zivielen Nutzung des Luftraumes an je mher Menschen diesen Nutzen wollen desto Enger wirds und nicht jeder hällt sich an die Spielregeln op ich als Hobby Flieger mein Hobby noch Lange Ausüben werde hängt von der Gesetzeslage in Deutschland ab.Da die Technik inzwischen so Billig geworden ist kann sich leider jeder sowas einfach Kaufen ohne damit Umgehen zu können geschweige denn die Rechtlichen Grundlagen zu kennen.Es ist ja schon vermhert zu Unfällen mit Multicoptern gekommen und es fällt auch auf das die Copter im Hobby bereich immer Grösser und Schwerer werden.Und eins noch die Technik ist nicht neu nur jetzt wird sie Langsam für die Breite masse Erschwinglich und eins noch bitte nennen sie die Copter nicht Drohnen Drohnen Töten Menschen und von dem was das Millitär aufbringt sind unsere Mullticopter sehr weit entfernt.

    Mfg Jörg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s