Die fliegende Kamera – wie wir darauf kamen

Okay, wir sind jetzt mal ehrlich: „Die fliegende Kamera“ ist im Filmbereich eigentlich nichts Neues. Schon 1927 findet sich genau diese Überschrift in einer Sonderausgabe des UFA-Magazins. Dort wird über die Dreharbeiten von Regisseur Fritz Lang zu seinem Monumentalfilm Metropolis berichtet. Lang ließ damals die Kamera an selbstgebauten Holz- und Seilkonstruktionen fliegen, wie auf dem Schwarzweißfoto unten vielleicht zu erkennen ist.

Sondernummer des UFA-Magazins "Metropolis" (R: Fritz Lang), 1927

Sondernummer des UFA-Magazins „Metropolis“ (R: Fritz Lang), 1927, Handyfoto MR

85 Jahre später sind wir dann auch von dieser Idee beflügelt worden. Allerdings war es nicht der Film Metropolis, der uns auf die Idee brachte, sondern ein Spielzeughelikopter mit integrierter Kamera. Das Prinzip: Ferngesteuertes Flugobjekt trägt Kamera durch die Luft und liefert tolle Bilder von hoch oben. Die Recherche nach professioneller Flug- bzw. Kameratechnik hat uns schnell gezeigt, dass es das ideale Flugobjekt bereits gibt: Eine Kameradrohne. Einfach zu fliegen, GPS-gesteuert, mit vier, sechs oder acht Rotoren ausgestattet und dadurch ziemlich stabil in der Luft. Bei YouTube entdeckten wir erste Drohnen-Videos und waren fasziniert von den ungewöhnlichen Perspektiven und den geschmeidigen Flugbewegungen, mit denen eine Kamera über Landschaften schwebt oder hohe Gebäude umkreist.

Inspiration: Mit einem ähnlichen Spielzeug-Heli fing alles an. Dieser kostet 199 Euro.

Inspiration: Mit einem ähnlichen Spielzeug-Heli fing alles an. Dieser kostet 199 Euro.

Faszination der geschmeidigen Luftbilder

Wir waren angefixt und nahmen Kontakt zu einer Firma auf, die in der Nähe von Hamburg Kameradrohnen baut. Anfang 2013 kaufen wir zwei Drohnen: Eine kleine zum Üben, eine große für Filmproduktionen. Die Große kostet soviel wie ein komfortabler Mittelklassewagen.

Testflug im Innenraum: Oktokopter im Hotel in Rheinsberg

Testflug im Innenraum: Oktokopter im Hotel in Rheinsberg

Weil wir seit über 10 Jahren als Cutterin bzw. Techniker für’s Fernsehen, drehen und schneiden, am liebsten Reportagen und Dokumentationen, haben wir sofort viele Luftbilder im Kopf, die gut zu solchen Filmprojekten passen könnten. Da, wo ein Kamera-Kran nicht mehr hinkommt und der Helikopter nicht nah genug ran kommt, können wir unsere Drohne Bilder produzieren. Und das zu einem recht attraktiven Tagespreis, im Vergleich zu einer Helikopter-Miete inklusive Pilot. Seit Fritz Lang hat sich in diesem Bereich nämlich außer Zeppelinen mit Kameras oder eben Hubschraubern nicht allzu viel getan. Die neue Generation der Kameradrohnen läutet hier aus unserer Sicht ein neues Zeitalter ein. Und wir sind mitten drin in dieser spannenden Entwicklung!

PS: Unser Spielzeughelikopter hat den ersten Flug übrigens damals nicht überlebt. Hoch über’s Hausdach – außer Sichtweite – Joystick in Panik losgelassen – Absturz. Aber die Bilder aus der kleinen integrieren Kamera sahen echt cool aus.

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