„Mit welchen Drohnen fliegt ihr eigentlich?“

Um diese Frage gleich am Anfang zu klären, habe ich als Drohnen-Neuling diese und ein paar weitere Fragen an Fabian gestellt, der sich zusammen mit Elke seit 2012 mit Kameradrohnen beschäftigt und reichlich Flug- und Dreherfahrungen hat. Wer wissen will, mit welcher Ausrüstung unsere Aufnahmen hier, bei Volle Drohnung, entstehen und wie man am besten mit Drohnenjournalismus anfangen kann, sollte das Interview lesen:

Max: Mit welchen Drohnen fliegst Du bei unserem Blogprojekt Volle Drohnung?

Fabian: Wir haben zwei Drohnen, die wir je nach Dreh auswählen: Unsere große Drohne ist ein Oktokopter, also mit acht Rotoren, mit einer Traglast von bis zu 1,5 kg und einer Spannweite von etwa einem Meter. Die kleine Drohne ist ein Quadrokopter, also mit vier Rotoren, und fliegt mit einer Traglast von 300 Gramm. Sie hat eine Spannweite von etwa einem halben Meter.

Max: Wie schwer ist es, die Drohnen zu fliegen?

Fabian: Das Fliegen ist reine Übungssache. Es ist schon nach wenigen Stunden Training möglich, die Drohne zu starten, sie schweben zu lassen und wieder zu landen. Die Steuerung ist die selbe wie bei anderen Flugmodellen, z.B. einem Modellhelikopter. Durch die technische Unterstützung von verschiedenen Sensoren und Stabilisierungssystemen an Bord der Drohne ist das Steuern aber wesentlich leichter als bei einem Modellhelikopter oder Flugzeug. Aber um die Drohne richtig sicher in der Luft zu manövrieren, sie auch mal weiter von sich wegfliegen zu lassen oder um sehr nah an Objekte heranzukommen, benötigt man schon mehrere Wochen regelmäßiges Training. Ich habe drei Monate mit der kleinen Drohne auf dem Feld geübt, bevor ich mit der großen Drohne die ersten Videoflüge gemacht habe.

Die große Drohne, der Oktokopter mit schwenkbarer HD-Kamera. Wird oft zu zweit gesteuert|Foto: Fabian Werba

Der große Oktokopter mit schwenkbarer HD-Kamera. Wird meistens zu zweit gesteuert|Foto: Fabian Werba

Max: Mit welchen Kameras kann man die beiden Drohnen bestücken?

Fabian: An der kleinen Drohne haben wir eine kleine Kamera, eine GoPro-Actioncam die man auch als Helmkamera kennt. Diese Kamera ist sehr leicht und klein und eignet sich hervorragend, um schnell mal mit der Drohne aufzusteigen und sich die Welt von oben anzuschauen. An die große Drohne kann man verschiedene Kameras montieren. Wir arbeiten mit der Sony cx-730 und der Canon 5d Mark3, beide Kameras haben eine sehr gute Bildqualität.

Max: Für welche Einsätze eignet sich denn welche Drohne am besten?

Fabian: Beide Drohnen haben in etwa die gleichen Flugeigenschaften. Der entscheidende Unterschied ist die Traglast und damit die Möglichkeit, verschiedene Kameras mit unterschiedlicher Bildqualität zu nutzen. Für Film- und TV-Aufnahmen nehmen wir hauptsächlich die große Drohne, nicht nur wegen der besseren Bildqualität. Wir fliegen die große Drohne meist zu zweit; der Pilot kümmert sich um den Flug, der Kamera-Operator kann gleichzeitig schwenken und somit für die optimale Kadrage, also die Wahl des richtigen Bildausschnitts, sorgen. Für Übungs- und Spaßflüge nehmen wir die kleine Drohne mit der GoPro-Cam; hier ist die Bildqualität nicht so entscheidend.

goprodrohne

Die kleine Drohne mit vier Rotoren & GoPro-Kamera|Foto: Fabian Werba

Max: Was empfiehlst Du als Einstieg für Hobby-Filmer, die einen YouTube-Kanal machen wollen?

Fabian: Für Hobbyfilmer bietet sich auf jeden Fall ein Quadrokopter an. Die gibt es im Netz schon ab 500,- Euro. Denn gerade am Anfang kann es schnell passieren, dass man mit der Drohne auch mal eine Bruchlandung hinlegt. An solche Schäden sollte jeder Neu-Pilot denken. Solche Abstürze sollten mit den teuren, großen Drohnen lieber nicht passieren.

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6 Kommentare zu “„Mit welchen Drohnen fliegt ihr eigentlich?“

  1. Schönes Projekt! Ich hab‘ zwei praktische Fragen:
    1. Wie lange können die Copter mit Gewicht in der Luft bleiben, bis ihnen der Saft ausgeht?
    2. Wieso trägt der Copter diese riesen „Bademütze“?

    • Hallo pc britz,
      die Flugdauer ist von mehreren Faktoren abhängig, von der Beladung, den Flugmanövern, dem Wind und auch von der Art der Akkus (wir haben verschiedenen Größen). Aber so im Schnitt fliegen wir 5-8 min, wenn ich die Drohne aber in der Luft parke/schwebe ohnen groß zu fliegen dann kann sich die Flugdauer auch auf 15min erhöhen, andersrum wenn ich mit Topspeed übers Feld baller dann ist der Akku auch schonmal nach 3min leer.

  2. Zu Frage 1: Das hängt vom Gewicht ab, vor allem, wieviel die Kamera wiegt, die montiert ist. Dazu kommen noch Parameter, wie Art und Alter des Akkus und Umgebungstemperatur. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann kann der Oktokopter mit Kam rund 10 Minuten fliegen. Aber besser und genauer kann Fabian das beantworten!
    Frage 2: Ich glaube, das ist hauptsächlich ein Schutz der Elektronik (Sensoren, etc.) vor Witterungseinflüssen und Gegenständen (Sand, Äste, Vögel,…)

  3. Auf welche Weise und mit welcher Technik lösen Sie das Problem Remote Control, d.h. die Übertragung der Kamera-Live-Bilder vom Copter zum Operator am Boden, um die Drohne in die richtige Aufnahmeposition zu manövrieren und z.B. Kameraschwenks und auch zoom-in bzw. zoom-out festzulegen? Damit verbunden ist die Frage nach der maximalen Flugreichweite und -höhe Ihrer Drohnen.

    • Hallo ProFix,
      für die Videoübertragung nutzen wir eine 5,8 Ghz Funkstrecke.
      Die Reichweite des Funksignals für die Koptersteuerung ist um ein vielfaches weiter als wir den Kopter noch sicher steuern könnten. Ich fliege unsere Drohne eigentlich nie weiter als 500 m, danach ist sie für mich kaum noch am Himmel sichtbar. In der Regel , vorallem wenn man auch an Objekte heranfliegen möchte sollte man nicht zu weit von der Drohne entfernt sein.

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